Eichberger Reisen - das Unternehmen

Von kleinen Anfängen in Kellberg bei Passau hat sich mit vielen Linienverkehren und einer großen Touristikabteilung in über 60 Jahren das führende Touristikunternehmen im Passauer Land entwickelt. Wir sind leidenschaftlich regional und "schnuppern" mit unserer Globus Group in die "große Welt".

Seit über 60 Jahren, bereits in dritter Generation, bieten wir eine bunte Reisevielfalt: Ob unsere extra günstigen Extratours, Bade- oder Wellnessreisen, Musical- oder Theaterfahrten, Wanderreisen, Gartenreisen, eine bunte Vielfalt an Tagesfahrten, Städtetrips oder mehrtägige Studienreisen, bewährte Reiseklassiker, individuelle, maßgeschneiderte Gruppenreisen oder "Neuland" für alle Sinne - Eichberger Reisen ist nicht zu groß für kleine Wünsche, aber auch nicht zur klein für die großen Urlaubsträume - denn wir haben die "ganze Welt" im Angebot: Busreisen, Flugreisen und Schiffsreisen.

Interview - 60 Jahre Eichberger Reisen

Haben alle Eichbergers einen Bus-Führerschein?
Manfred: Ja, haben wir alle. Sogar unsere Mama Gerda darf Personenbusse bis 7,5 Tonnen fahren. Früher hat sie sogar täglich Schüler befördert.
Gerda: Was aber als Frau damals ziemlich kompliziert war. Denn da gab es noch in den 80er Jahren ein Gesetz, dass Frauen am Bus-Steuer ein extra Gesundheitszeugnis brauchten – was aber keiner wusste. Bis ich bei Oberkappel mit einem Bus voller Pendler von der Polizei gestoppt wurde und der Beamte mir den Paragrafen unter die Nase rieb. Ich musste tatsächlich zur Untersuchung – und das ominöse Gesetz wurde kurz darauf gestrichen.
Manfred: Und wenn‘s brennt, helfen wir alle zusammen. Jeder kann schnell als Fahrer einspringen, wenn tatsächlich Not am Mann wäre. Aber am meisten fährt immer noch der Senior, unser Papa.
Manfred sen.(lacht): Ja, das ist meine Rente!
Wohin führte die erste Eichberger-Reise und wie verlief sie?
Manfred sen.: Das war 1965 mit unserem ersten Reisebus, einem Büssing Consul 11 mit Emmelmann-Aufbau, Kennzeichen PA-HC 15. Das war richtig Luxus, mit Schlafsesseln in englischem Wollplüsch, weit bequemer als heute. Los ging‘s damals mit Ausflügen ins Blaue, mal in die Berge nach Österreich oder aufs Oktoberfest nach München. Das war immer ein riesen Spaß. Die erste große Reise führte nach Opatija ins damalige Jugoslawien. Als Busfahrer war ich für die Passagiere der Kapitän, eine Persönlichkeit. Autobahn gab es keine, wir mussten damals über den gut 1300 Meter hohen Loiblpass nach Istrien, stellenweise auf Sandpisten und mit schwierigen Rangier-Manövern in den engen Spitzkehren. Entsprechend lang dauerte die Anfahrt: 6 Uhr Abfahrt – 20 Uhr Ankunft.
Gerda: Und am Ziel-Hotel dann das große Staunen: Da meinte man, man würde in einem Schloss residieren. Zimmer mit eigenem WC waren damals nobel. Touristen waren in Opatija geachtete Leute, wurden wie Könige behandelt. Und es ging stilvoll zu: zum Abendessen die Herren mit Krawatte, die Damen im schönen Kleid – nicht wie heute in Badeschlappen.
Wie viele Chauffeure in wie vielen Bussen steuern heute wie viele Ziele an?
Manfred: Mehr als 120 Chauffeure in über 100 Bussen steuern rund 250 Destinationen an.
Wie viele Kilometer haben die Eichberger-Busse in 60 Jahren zurückgelegt?
Manfred: Pro Jahr rund 7 Millionen Kilometer, also insgesamt in 60 Jahren weit über 200 Millionen Kilometer. Das ist mehr als 5000 Mal rund um den Globus. Und das bis auf ein paar harmlosen Blechschäden unfallfrei!
Was war das schönste, aufregendste, ärgerlichste Reiseerlebnis?
Manfred sen.: O mei, da gibt es Tausende an schönen Erlebnissen und ebenso vielen Anekdoten dazu. Mich persönlich haben die ersten Fahrten nach Istanbul und Sizilien am meisten beeindruckt. Und ein ganz besonderes Erlebnis war 1980 die ersten Eichberger-Reise nach Kreta – als Land-Schiff-Busreise auch eine ganz besondere Herausforderung. Berlin-Reisen gehören aber auch zu den ärgerlichsten Erlebnissen: die provokativen Schikanen der DDRVopos auf der Autobahn. Wenn du deinen Bus bei ärgstem Sauwetter im Dreck ohne Not dreimal ausräumen musst, wenn du dich vorm Grenzer erklären musst, weil der den Heiligen Christophorus für ein volksschädliches Parteiabzeichen hält oder wenn die Vopo Niedernburger Nonnen in peinliche Not bringen, indem sie ihre Koffer willkürlich ausschütteten und damit die Unterwäsche der Klosterfrauen mit denen männlicher Fahrgäste vermengten – da musste man sich schon sehr zusammenreißen und auf die Zunge beißen.
Manfred: Da hat sich seit der Europäischen Union und der Grenzöffnung vor 25 Jahren vieles zum Positiven verändert. Dass Reisefreiheit einmal nicht selbstverständlich war, haben viele heute schon wieder vergessen.
60 Jahre Busreisen: Was sind die drei beliebtesten Klassiker und warum?
Manfred: Ganz klar Österreich, das nördliche Italien und Kroatien/Istrien. Alle drei Ziele sind durch ihre Nähe schnell zu erreichen, auch mal für einen Kurztrip. Nach Österreich fahren unsere Gäste gerne wegen der schönen Berge und weil uns die österreichische Mentalität sehr nahe kommt. Die italienische Adria, der Gardasee oder Südtirol locken mit freundlichem Wetter und Dolce Vita bei gutem Essen, das gilt auch für Kroatien.
Fahrer, Entertainer, Bord-Barkeeper, Reiseleiter – der Reisegast ist König: Muss ein Busfahrer dabei immer gute Laune haben?
Manfred: Ja unbedingt, ein Busfahrer muss gute Laune haben. Freundlichkeit ist in unserer Branche das A und O. Wenn er das nicht hat, dann ist er fehl am Platz. Busfahren muss eine Passion sein – und man muss es aus Überzeugung tun. Schließlich ist ein Busfahrer sehr viel unterwegs und muss die Kunden durch die Reise führen.
Harald: Wir haben Chauffeure, die mit jeder Klientel zurechtkommen. Schließlich spiegeln unsere Kunden den Querschnitt der Bevölkerung wider. Die Kunst dabei, mit allen klar zu kommen, ein Gespür dafür haben, wie sich der einzelne Reisegast fühlt und darauf sensibel eingehen – das kann man nicht lernen, das muss man im Blut haben.
Manfred: Hier den Spagat zu schaffen, ist für einen Busfahrer wirklich nicht einfach. Busfahrer sind daher heute moderne Reisemanager, das Fahren an sich ist da eigentlich zur Nebensache geworden. Unsere Busfahrer haben dazu beigetragen, dass wir viele Stammgäste haben, sie haben schon ihre eigenen Fan-Gemeinden, Reisen werden schon vorab extra wegen bestimmten Fahrern gebucht, obwohl die Reise noch gar nicht ausgeschrieben ist. Darauf sind wir richtig stolz!
Reisen damals und heute: Was hat sich über die Jahrzehnte alles verändert?
Manfred sen.: Wie schon gesagt, der Busfahrer war früher in den Augen des Gastes eine Persönlichkeit. Eine Reise war früher Abenteuer und Erlebnis. Man muss bedenken: Die wenigsten hatten damals einen Führerschein. Wir haben die Menschen erstmals ans Meer gebracht. Dazu investieren die Leute früher ihren gesamten Jahresurlaub in eine Busreise nach Griechenland oder an die spanische Costa Brava. Das ist heute alles anders, Reisen heute ist zur Selbstverständlichkeit geworden.
Harald: Früher war das Reisen tatsächlich oft ein Abenteuer – heute ist Reisen standardisierter und professioneller, aber nicht langweiliger! Wir erleben eine Reisefreiheit und -freudigkeit, wie nie zuvor. Die gemeinsame Euro-Währung macht vieles leichter, die Buchung übers Internet geht schnell und sicher. Und die Qualität ist in allen Bereichen besser geworden – wobei sich natürlich auch das Anspruchsdenken des Reisegastes enorm gewandelt hat. Ebenso ist die Sicherheit heute top: Der Bus ist und bleibt das sicherste und umweltfreundlichste Reisemittel! In unserm Bus verbrauchen 50 Leute 23 Liter Sprit, im Pkw vier Leute 10 Liter auf 100 Kilometer.
Manfred: Dabei hat sich der Reisepreis in den vergangenen Jahrzehnten unterm Strich eigentlich kaum verändert. Eine 5-Tage-Romfahrt mit „sauberer Pension“ kostete 1985 399 Mark, heute kosten 8 Tage im 3 Sterne Superior Hotel 449 Euro. Und es gibt auch Konstanten: Seit 50 Jahren beispielsweise steuern wir an Ostern das gleiche Landhotel in Holland an – weil hier seit 50 Jahren das Gesamtpaket aus Preis und Leistung stimmt und die Herzlichkeit des Hotels unbezahlbar ist.
Eichberger erfüllt Reise-Träume: Was macht den Urlaub mit Eichberger perfekt?
Manfred: Dass er sehr, sehr gut geplant ist! Wir kennen die Hotels, die Fahrer, die Fahrzeuge detailliert und persönlich, wir kalkulieren und planen langfristig im Voraus und können auf einen Erfahrungsschatz aus 60 Jahren zurückgreifen. Eine Reise mit Eichberger ist von der Abfahrt bis zur Ankunft exakt durchgestylt. Da bleibt weniger Platz für Überraschungen wie früher. Gleich gar keiner für böse.
Zwei Generationen in einem Familienbetrieb: Wer macht was und wie gut klappt das?
Manfred: Mein Bruder Harald und ich teilen uns die Geschäftsführung. Er kümmert sich um Fahrzeugeinkauf und -wartung, Reiseplanung und Kalkulation. Ich bearbeite den kaufmännischen Teil, den ÖPNV-Bereich und unsere Beteiligungen. 
Harald: Unsere besseren Hälften Jutta und Iris arbeiten in der Verwaltung mit. Iris betreut Logistik, Park- und Schiffsservice, Jutta das Sekretariat, die Buchhaltung und die Kasse. Papa steht für Bus-Sondereinsätze parat, vor allem in unserem Oldtimer-Bus…
Manfred: …und unsere Mama Gerda ist die gute Seele und der ruhende Pol des Hauses, greift stets zu, wo Not am Mann ist. Das Zusammenspiel zwischen uns klappt richtig gut, da geht es heute zwischen uns Brüdern wesentlich friedlicher zu... 
Manfred sen. (lacht): Stimmt, das war nicht immer einfach mit den beiden! 
Harald: Wir sind ein Familien-Team. Wir basteln alle gemeinsam an unserem touristschen Produkt. Da wird viel hinterfragt, überarbeitet, neu gestaltet, mal was Neues probiert, mal ein bisschen was verrücktes gemacht und sich was getraut. Wir sind ein Unternehmen – und wir unternehmen ständig etwas!
Familien-Fernweh: Ist Leidenschaft für das Reisen euer aller Antrieb?
Harald: Schon als Bub bin ich mit dem Papa in den Ferien im Bus mal schnell mal 3600 Kilometer zum Peloponnes gefahren, kurz ins Meer gehüpft und wieder ab nach Hause, gleich drauf 3000 Kilometer nach Spanien, schnell ins Meer und wieder heim.
Manfred sen.: Ja, und für mich war am Schönsten dabei, wenn daheim in Kellberg nach der Mammutfahrt ein frisches Weizen am Tisch stand. Heute fahre ich wenn möglich einmal im Jahr nach Norwegen auf die Insel Vega zum Angeln. Fischen ist meine Passion.
Harald: Jedenfalls: Wir reisen alle gerne, am liebsten spontan nach Frankreich oder Istrien oder Norditalien – und in jedem Fall mit dem Bus. Da sind wir erdverbunden.
Urlaub in 60 Jahren: Wie sieht die Busreise der Zukunft aus?
Manfred: Die Busreise hat eine große Zukunft – wenn man wie wir ein attraktives Reiseangebot auflegt. Denn damit können wir alle Gesellschafts- und Altersschichten ansprechen und erreichen. Wir haben zwar immer noch viele Senioren als Gäste, aber wir beobachten eine Trendwende: Der Bus ist wieder hipper geworden, das Publikum mischt sich. Und wir sind mit unserem Reise-Programm gut unterwegs. Der Mix aus hochwertigen Studienfahrten, der Kurztrip am Wochenende oder die Musical-Fahrt nach Hamburg – eine Busreise ist für jeden interessant.
Harald: Wir befinden uns in der Tourismus-Branche in einer Wettbewerbs-Situation, aber in der Summe kämpfen wir alle mit den selben Waffen. Die Busreise ist nur ein Puzzlestein der Reisewelt. Aber ein attraktiver: Sie kann bequem organisiert werden, hier erlebt man Geselligkeit, kann in kleinen Gruppen oder mit der ganzen Familie verreisen.